Die Leiden des jungen Werders

Der Mensch ist Opfer seiner Beschränktheit,
im geistigen wie im Materiellen,
was im Grunde genommen das selbe ist
und das bin auch ich. (weiterlesen…)

Wein am Abend

Ich sitze allein vor einer Flasche Wein und bewirte mich selbst.
Meine Bedienung ist äußerst unfreundlich und ich verlange nach dem Chef dieser Anstalt.  Dieser stellt sich unter meinem Namen vor und behauptet fest, er wäre ich. Diese Absurdität zu glauben bin ich nicht im Stande und spucke ihm entsetzt den durchspeichelten Wein ins Gesicht, während ich gerade noch versuche zu gehen, was mir aber nicht gelingt.
Vollgesabbert sitze ich vor einer Flasche Wein allein Zuhause und frage mich, wo zur Hölle eben diese Leute herkamen.

Gedanken eines Kriegers vorm Kühlschrank

Hörtest du’s denn nicht? Das laute Zerschellen meiner Träne am harten Untergrund, das gellende Klirren, als diese in anderthalbtausend und zwei Scherben zerbrach, wie das Licht  selber bricht, wenn es durch eine Träne fließt. Hast du denn das Geräusch nicht vernommen, dieses grauenhafte, vernommen mit deinem offenem Mund? es sirente doch so laut wie eine Granate, eine Bombe oder lauter als das Klicken einer Kaffeemaschine, deren ratterndes Getriebe im frischen Geruch des Sudes explodiert, wenn es explodiert, wie Feuer explodiert, wenn es raus muss — wenn es raus muss, wie die Träne herausmusste, hinaus floss. Und wenn ich nun daran verdurste? Oder im Gegenteil: ich mich an ihr verschlucke und daran jämmerlich zu Brunnen gehe, in dieser Flut materialisierter Trauer in der ich schon so oft ertrank wegen dir und vorallem wegen dir! Davor kann ich mich nämlich nicht verstecken, oder vor der Situation, dieser Situation in der du dabeistehst und mir dabei zusiehst wie ich ertrinke und du dir die Ohren zuhältst um meiner Träne Tod nicht raunen zu hören zu müssen zu küssen. Davor kann ich mich einfach nicht verstecken, mich beruhigen. Ich kann so nicht einfach in ein wildfremdes Auto gehen und damit nach Rio fahren oder so tun als wäre nichts gewesen und wie früher einfach auf die Toilette gehen um zu onanieren. Weil DU es bist, die dastehst wie der personifizierte Krieg vorm Kühlschrank, und nicht ich, und nicht zuhörst nicht zuhörst nicht zuhören kannst weil du nicht willst und ich vedurste dabei an meinem zerbrochenem Erbrochenen. Willst du nicht sehen, oder kannst du nicht! Weißt du, ich pinkle mir fast ans Bein vor lauter Scham, weil ich gestorben bin als ich starb. Ich stehe tot vor dir weil ich nicht mehr bin was ich war und nicht mehr war, was ich gestern noch bin. Es liegt doch immer alles schon soweit entfernt in der Zukunft wie die Suggestion zur Passion bei der Onanie als auch im verfehlten Gottesglauben. Vergiss mir nicht, nie mehr da zu sein und mich zu vergessen! Ach was soll’s, ich hör’ jetzt auf. Du hörst ja doch nicht hin.

Schmachtende Küsse mein Mädchen

Danke für diese Zärtlichkeit die ich erfahren durfte, ich bin ja sooo begeistert. Sollte ich dich aus stupiden Dank dafür hier nun besingen, so wie ich es versprochen hatte? Weißt du mein Mädchen, um mich aus der Bahn zu bringen, braucht es schon weitaus weniger als deine Küsse, da scheint’s mir schon sehr übertrieben, gleich mit diesem Gewalthagel jener fast schon militanten Zärtlichkeit und dieser nahezu an Kriegsverbrechen grenzenden Sanftmut aufzutrumpfen. Und diese brüllende Arroganz in deiner Hippiesüße, wie die Dichter dazu nicht sagen würden, jene die aber auch so dicht gewesen wären, dafür zu saufen, darauf herein zu fallen, eben um zu erkennen, dass es nun doch stimmt, dass deine Lippen süß sind, und so hippiesüß sind, obwohl sie, also die Dichter, sie nicht geküsst haben, also deine Lippen, also zumindest an jenem Abend, an dem ich Dichter war und zwar wirklich dichter als manch anderer Poet, um diesen abgeschmackten Wortwitz hier auch noch schnell (weiterlesen…)

Die endliche und postmoderne Leidensskizze eines modisch-depressiven Durchschnittsdegenerierten

Du weißt nicht was Leiden heißt, weil du es nicht wissen kannst, wenn du selber und nur den anderen und sonst eben nicht leitest. Bei mir ist das anders, ganz anders, ganz anders, weil ich leide wie ich schon immer gelitten habe weil ich immer schon litt und Litauen ist mir auch kein Land, indem es mir besser ginge, und es ist nicht nur wegen dir das Land in dem ich trotzdem trauernd leiden möchte, weil du dort zwar auch nicht leiden lernst, aber ich weit genug von dir weg bin, von dir, um trotzdem wegen dir zu leiden aber eben nicht im gleichen Land, in dem du eben nicht leidest, weil du es einfach nie beherrschen wirst, zu leiden, weil du keine Passion, hast keine Passion hast, sowie meine Passion hasst, an der du leiden könntest und daran leidest du, ohne eben dies wissensbeflissengerissen zu wissen. Und genau deswegen, na logisch, weißt du eben nicht was Leiden bedeutet! (weiterlesen…)

Tanzwettbewerb der arbeitslosen Berufsphilosophen

Bitte lesen sie den folgenden Text laut, mit nasaler Stimme und dem Akzent eines rheinhessischen Sportreporters aus den 50er Jahren. Es kann auch alternativ auf das nierrheinische Modell “Goebbels Reloadet” zurückgegriffen werden. Danke.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich darf Sie herzlichst begrüßen zu unserem alljährlichen Tanzwettbewerb der arbeitslosen Berufsphilosophen. Es streiten sich dieses Jahr rund etliche Paare um das äußerst begehrte Preisgeld von 10 Euro. Zur kurzen Erklärung dieser unbestimmten Anzahl dennoch ordentlich registrierter Teilnehmer ist zu sagen, dass sich die Veranstalter komplett gegen jedwede Quantifizierung des Wettbewerbs ausgesprochen haben. Dies fährt leider auch zu dem Paradoxon, dass sich kein erster Platz küren lässt und auch, dass das Preisgeld nicht eingefordert werden kann, da dieses in seinem Wert nur ideell vorliegt. Die positivistischen Teilnehmer, bekannt als die Popper-Fraktion, vorwiegend Rechtsphilosophen, organisieren sich daher regelmäßig in justiziären Klagen, die Idealisten hingegen denken über Protestschriften und Petitionen nach.
Aber nun zurück zum Geschehen: betrachten wir die Kleidung unserer Tanzenden Intellektualität, so geht der Trend wieder klar zurück zu leicht abgetragenem Cord. Die postmodern-existentialistische Punk-Ästhetik der bahnhofsnahen Frankfurter Abendschule (weiterlesen…)

Vorteil und Ficken

Forteil und Vicken haben eine enge Verwandschaft.

Beide beginnen mit F. Naja, mit V das eine. Aber das müssen wir hier nur Vonetisch Ferstehen. Also es bleibt beim Vicken, was uns einen Vorteil bedeutet. Welchen Vorteil aber? Nun, dererlei sind viele: zum einen die glückliche Chance auf Syphilis. Es ist Vorteilhaft mannhaft zu behaupten, man hätte sich das Hirn weichgefögelt. Aber das ist natürlich öbszön. Natürlich und obszön. Weiter bringt es den Vorteil sich Vortzupflanzen, auch wenn (weiterlesen…)